Heißausbildung bei Erha-Tec

Heißausbildung bei Erha-TecSamstag 16.01.10 - endlich war es soweit. Das warten hatte ein Ende!
Wir trafen uns um 5.30 Uhr, es war dunkel, es war kalt und es war sehr früh. Aber trotz allem sah man um diese Uhrzeit im Florian Lorch nur fröhliche Gesichter, denn es ging nach Münsingen zu Erha-Tec zu einem 8-stündigen Brandbekämpfungsseminar im Brandcontainer des offenen Systems.

Offenes System bedeutet, dass kein separater Brandraum vorhanden ist. Stattdessen sitzt man im Brandraum selbst, wie in einem realen Einsatz. Dadurch sieht man die komplette Brandentwicklung und das „Ausgasen" von Möbeln, im Fall des Brandcontainers wird hier Holz verwendet. Dadurch wird deutlich, wie die eigentliche Rauchausbreitung stattfindet und wie man mit geeigneten Löschtechniken dagegen vorgehen kann.

Nach einer sehr angenehmen Fahrt bei winterlichen Verhältnissen kamen wir im verschneiten Münsingen an. Nachdem wir unsere Jacken, Überhosen, Atemschutzgeräte, Masken und Helme ausgeladen hatten, stand auch schon der erste Containerdurchgang auf dem Programm.

Während einige der Trainer die Wasserversorgung aufbauten, bekamen wir unsere Unterweisung für die Brandcontainer. In der Unterweisung wurde uns sowohl die offene als auch die geschlossene Bauweise erklärt.Anschließend ging es in der Sicherheitseinweisung um die Positionen der Notausgänge sowie das korrekte Verhalten in den Containern. Insbesondere wurden auch die möglichen Anweisungen durch die Ausbilder durchgesprochen. Es gibt zwei Befehle:
1. „ Gruppe wechselt um!" Die ganze Gruppe wiederholt das. Die ersten, die ganz vorne links und rechts sitzen gehen nach hinten und wechseln hinten die Seite.
2. „Gruppe verlässt den Container!" Die ganze Gruppe wiederholt das und geht anschließend rückwärts aus dem Container.

Nachdem die Einweisung beendet war, rüsteten wir uns vollständig aus und trafen uns vor dem ersten Container. Wir schlossen uns gegenseitig den Lungenautomat an und kontrollierten den korrekten Sitz der Schutzkleidung, der von den Trainern auch noch mal vor jedem Durchgang kontrolliert wurde.

Im ersten Durchgang ging es darum, einfach nur das Feuer zu beobachten, wie entwickelt es sich, wie verändert sich der Rauch, Fliesgeschwindigkeiten in der Unter- und Überdruckschicht, wie ist das Verhalten des Feuers mit guter Belüftung und schlechter Belüftung sowie die Auswirkung der Wärmestrahlung auf die Umgebung („Ausgasen"). Während der Vesperpause gab es leckere warme Butterbrezeln und hier und da wurde schon mal gefachsimpelt.

Danach ging es zum Strahlrohrtraining. Wir zogen uns Jacken und Hosen an, die nass werden durften. Im Schnee wurde dann das Vorgehen im Seitenkriechgang und das Kühlen der Rauchgasschicht geübt. Auch wurde das Löschen mit so genannten „große Tropfen" geübt. Dabei haben wir gelernt, dass es sehr auf die richtige Einstellung des Hohlstrahlrohres ankommt. Während des Trainings fiel uns dann auch wieder auf, wie kalt es eigentlich ist. Denn einige hatten kleine Eiszapfen am Helm hängen - die gute Laune blieb davon aber unberührt. Unser inoffizieller Lehrgangsspruch lautete deshalb: „Richtige Feuerwehrmänner üben das im Schnee".

Im zweiten und dritten Durchgang durch den Brandcontainer ging es dann um die korrekte Durchführung der unterschiedlichen Löschtechniken. Dabei wurde schnell deutlich, dass man richtig arbeiten muss, um eine drohende Rauchgasdurchzündung frühzeitig abwehren und das Ausgasen weiterer Gegenstände effektiv verhindern zu können.
Der vierte Durchgang war eine Innenangriffsübung. Dabei gingen wir an einem Verbindungscontainer mit Türöffnungs-Prozedur hinein, gingen mit Rauchgaskühlung bis zu einer weiteren Tür vor, um dort dann den eigentlichen Brandraum zu betreten und das Feuer aus sicherer Entfernung zu löschen. Dabei spürten wir den heißen Wasserdampf deutlich stärker wie die Hitze des eigentlichen Brandherdes.

Abschließend wurde noch aufgeräumt und die Wasserversorgung und die Angriffsleitungen zusammen mit den Ausbildern abgebaut. Danach zog sich jeder um und das ganze Equipment wurde wieder im Auto verstaut.
Zum Abschluss saßen wir alle zusammen und ließen den gemeinsamen Tag Revue passieren. Natürlich gab es auch ein dickes Lob für die Ausbilder und Teilnehmer, bevor ein langer und erfolgreicher Tag zu Ende ging.

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